Wer durch eine moderne Lagerhalle oder Produktionsumgebung geht, sieht sie an fast jeder Ecke: farbige Schilder, Bodenmarkierungen, Piktogramme an Wänden und Maschinen. Diese Sicherheitskennzeichen sind weit mehr als bloße Dekoration – sie sind ein zentraler Baustein des betrieblichen Arbeitsschutzes und sorgen dafür, dass Mitarbeitende, Besucher und Fahrer von Flurförderzeugen Gefahren auf einen Blick erkennen. Gerade dort, wo Stapler, Hubwagen und Fußgänger auf engem Raum zusammenkommen, entscheidet eine klare Sicherheitskennzeichnung am Arbeitsplatz oft darüber, ob ein Unfall verhindert wird oder nicht.
Dieser Beitrag zeigt, welche Normen für Sicherheitszeichen gelten, welche Zeichengruppen es gibt, wie sie richtig platziert werden – und mit welchen Produkten von Logistik XTRA sich eine normgerechte Kennzeichnung im Betrieb umsetzen lässt.
Was sind Sicherheitskennzeichen – und warum sind sie in der Logistik unverzichtbar?
Sicherheitskennzeichen sind genormte Piktogramme, Farben und Formen, die vor Gefahren warnen, ein bestimmtes Verhalten vorschreiben oder auf Rettungsmittel hinweisen. Ihr großer Vorteil: Sie funktionieren unabhängig von Sprache, da Form und Farbe die Bedeutung bereits transportieren. In der Intralogistik ist das besonders wichtig, weil hier verschiedenste Verkehrsteilnehmer – Fußgänger, Kommissionierer, Staplerfahrer – gleichzeitig unterwegs sind und Gefahrenquellen oft nur für Sekundenbruchteile sichtbar werden.
Welche Risiken dabei im Alltag am häufigsten unterschätzt werden, zeigt unser Überblick über die 10 häufigsten Gefahren im Lager. Sicherheitskennzeichen ersetzen dabei keine technischen oder organisatorischen Schutzmaßnahmen – sie ergänzen sie dort, wo ein Restrisiko bestehen bleibt. Deshalb ist die Auswahl der richtigen Zeichen im Betrieb immer das Ergebnis einer vorherigen Gefährdungsbeurteilung.
Die rechtliche Grundlage: ASR A1.3, DIN EN ISO 7010 & Co.
Die Gestaltung von Sicherheitszeichen in Deutschland ist heute vor allem durch drei Regelwerke bestimmt. Sie greifen ineinander und sorgen gemeinsam für ein einheitliches, verständliches System.
Die Arbeitsstättenregel ASR A1.3 konkretisiert die Anforderungen an die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung in Arbeitsstätten. Die internationale Norm DIN EN ISO 7010 legt Form, Farbe und Bildzeichen der registrierten Sicherheitszeichen fest, während die DIN 4844-2 ergänzende, national übliche Symbole definiert. Die früher gültige BGV A8 wurde bereits vor einigen Jahren vollständig abgelöst – alte und neue Zeichen dürfen seither nicht mehr gemischt eingesetzt werden.
Für Betriebe bedeutet das: Wer noch mit älteren Schildern arbeitet, sollte diese zeitnah gegen normgerechte Sicherheitskennzeichen austauschen – auch wenn keine feste Übergangsfrist vorgeschrieben ist. Im Schadensfall zählt vor allem, ob am Arbeitsplatz erkennbar und nachvollziehbar auf Gefahren hingewiesen wurde.
Die 5 Gruppen der Sicherheitszeichen im Überblick
Nach ASR A1.3 werden Sicherheitszeichen in fünf Gruppen unterteilt, die sich durch Form und Farbe klar voneinander unterscheiden:
| Gruppe | Form & Farbe | Typische Einsatzbereiche |
|---|---|---|
| Verbotszeichen | Rund, weißer Untergrund, roter Rand und Querbalken | Rauchverbot, Zutritt für Unbefugte verboten |
| Warnzeichen | Dreieckig, gelber Untergrund, schwarzer Rand | Warnung vor Flurförderzeugen, elektrischer Spannung |
| Gebotszeichen | Rund, blauer Untergrund, weißes Piktogramm | Gehörschutz, Augenschutz, Handschuhe tragen |
| Rettungszeichen | Rechteckig, grüner Untergrund, weißes Piktogramm | Notausgang, Sammelstelle, Erste Hilfe |
| Brandschutzzeichen | Rechteckig, roter Untergrund, weißes Piktogramm | Feuerlöscher, Löschdecke, Brandmelder |
Viele Verbots-, Warn- und Gebotszeichen dürfen zudem nur zusammen mit einem sogenannten Zusatzzeichen verwendet werden, das die Botschaft konkretisiert – etwa die genaue Entfernung zum nächsten Feuerlöscher oder den Bereich, ab dem ein Verbot gilt.
Sicherheitskennzeichen am Boden: Piktogramme, Markierungsband & Co. für die Intralogistik
Neben Schildern an Wänden und Maschinen spielt in Lagerhallen die Kennzeichnung am Boden eine besonders große Rolle. Bodenpiktogramme trennen Fußgänger- von Fahrverkehr, Markierungsbänder grenzen Sicherheitszonen und Lagerplätze ab, und photolumineszierende Streifen sorgen dafür, dass Fluchtwege auch bei Stromausfall oder Rauchentwicklung erkennbar bleiben.
Gerade in Kombination mit rutschhemmenden Belägen lässt sich so ein durchgängiges Sicherheitskonzept am Boden umsetzen, wie es auch die Kategorie Antirutschbeläge und Bodenmarkierung zeigt. Für die Kennzeichnung besonders sensibler Bereiche – etwa vor Regalanlagen oder Ladestationen – kommen zusätzlich Warnsymbole und Warnbalken zum Einsatz, die auf einen Blick erhöhte Aufmerksamkeit signalisieren.
Wie stark digitale Assistenzsysteme mittlerweile klassische Sicherheitskennzeichen ergänzen, zeigt der Beitrag zur Smarten Sicherheit im Lager.
Wo und wie Sicherheitskennzeichen richtig platziert werden
Selbst das normgerechteste Schild nützt wenig, wenn es am falschen Ort hängt. Diese Punkte haben sich in der Praxis bewährt:
-
1
Zeichengruppe passend zur Gefährdung wählen Grundlage ist immer die Gefährdungsbeurteilung des jeweiligen Arbeitsbereichs – nicht das, was gerade im Lager vorrätig ist.
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2
Größe an die Erkennungsweite anpassen Je größer die Entfernung, aus der ein Zeichen erkennbar sein muss, desto größer muss auch das Format ausfallen – besonders in hohen, weitläufigen Hallen.
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3
Auf Augenhöhe und freie Sichtachse achten Zeichen dort anbringen, wo der Gefahrenbereich beginnt – nicht hinter Regalen, Paletten oder abgestellten Fahrzeugen versteckt.
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4
Regelmäßig kontrollieren Schmutz, Beschädigungen oder verdeckende Gegenstände sollten zeitnah entfernt werden, damit die Sichtbarkeit dauerhaft gewährleistet bleibt.
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5
Personal mitnehmen Ein Zeichen wirkt nur, wenn seine Bedeutung bekannt ist. Das gehört in jede jährliche Gabelstaplerunterweisung.
Typische Fehler bei der Sicherheitskennzeichnung im Betrieb
In der Praxis wiederholen sich beim Thema Sicherheitskennzeichen dieselben Versäumnisse – mit teils erheblichen Folgen für die Betriebssicherheit.
- Alte und neue Zeichen gemischt – Sorgt für Verwirrung und kann im Ernstfall zu Fehlinterpretationen führen.
- Zu viele oder zu wenige Zeichen – Der Grundsatz „so viele wie nötig, so wenige wie möglich" wird häufig missachtet.
- Falsche Platzierung – Zu hoch, zu tief oder durch Stapler und Lagergut verdeckt.
- Fehlendes Zusatzzeichen – Verbots- oder Gebotszeichen ohne konkretisierende Zusatzinformation.
- Keine regelmäßige Kontrolle – Verschmutzte oder beschädigte Kennzeichnung bleibt oft monatelang unbemerkt.
Wie stark solche Versäumnisse das Unfallrisiko erhöhen können, zeigen die 10 Tipps zur Vermeidung von Staplerunfällen.
Sicherheitskennzeichen ersetzen keine Schutzausrüstung – Ein Gebotszeichen für Gehörschutz nützt nichts, wenn der passende Gehörschutz nicht griffbereit und in ausreichender Menge vorhanden ist. Kennzeichnung und Ausstattung müssen zusammen gedacht werden.
Die passenden Sicherheitskennzeichen für Ihren Betrieb
Ob Bodenpiktogramme, Gebotszeichen oder nachtleuchtende Markierungsbänder – bei Logistik XTRA finden Sie normgerechtes Zubehör für eine durchgängige Sicherheitskennzeichnung in Lager und Produktion.

