Lithium-Ionen-Akkus lagern

22. Juli 2026 Edited 22. Juli 2026
Lithium-Ionen-Akkus lagern: So geht's sicher – Logistik XTRA

Ob Akkuschrauber, Hubwagen oder Gabelstapler: Lithium-Ionen-Akkus stecken heute in fast jedem elektrisch betriebenen Gerät im Betrieb. Wie leistungsfähig und langlebig sie bleiben, entscheidet sich aber nicht nur beim Laden, sondern vor allem bei der Lagerung.

Wird dabei etwas falsch gemacht, drohen nicht nur teure Kapazitätsverluste, sondern im schlimmsten Fall auch Brände durch einen thermischen Runaway. Dieser Guide zeigt, worauf es bei der sicheren Lagerung von Lithium-Ionen-Akkus wirklich ankommt – von der richtigen Temperatur bis zu den gesetzlichen Gefährdungsklassen.

Warum bei falscher Lagerung Brandgefahr entsteht

Lithium-Ionen-Akkus überzeugen gegenüber klassischen Batterien durch hohe Leistungsdichte, kurze Ladezeiten und einen ausbleibenden Memory-Effekt. Wichtig ist die Abgrenzung zu nicht wiederaufladbaren Lithium-Metallbatterien, wie sie etwa in Uhren stecken – für die Lagerung gelten teils andere Grenzwerte.

Je mehr Leistung ein Akku liefern soll, desto mehr Zellen sind im Verbund verbaut – und desto größer ist im Fehlerfall das Risiko. Bei korrekter Lagerung bleibt die Brandgefahr aber gering. Kritisch wird es erst durch eine Kombination aus Feuchtigkeit, Wärmequellen in der Nähe, brennbaren Materialien und ungeschützten Polen.

Was passiert bei einem thermischen Runaway?

Das im Akku enthaltene Lithium ist chemisch sehr reaktionsfreudig: Es reagiert auf Wasser und wird bei hohen Temperaturen instabil. Ab einer Zelltemperatur von rund 70 °C kann eine Kettenreaktion einsetzen, bei der sich der Akku selbst entzündet.


Lithium-Ionen-Akkus richtig lagern: Die wichtigsten Regeln

Damit Energiespeicher lange leistungsfähig bleiben und weder Lagerschäden noch Brandrisiken entstehen, sollten diese sieben Punkte bei jeder Lagerung beachtet werden.

  1. 1
    Kühlen, trockenen Lagerort wählenIdeal sind Temperaturen zwischen +10 °C und +40 °C. Auch Keller oder Kühlräume eignen sich, solange sie trocken und frostfrei bleiben.
  2. 2
    Pole vor Kurzschluss schützenKontakte abkleben oder mit Pol-Schutzkappen sichern. Alternativ den Akku im zugehörigen Gerät lassen – das schützt Pole und Gehäuse gleichzeitig vor Stößen.
  3. 3
    Vor mechanischen Schäden schützenInnere wie äußere Kurzschlüsse zuverlässig ausschließen und Akkus so lagern, dass Stöße und Druckstellen vermieden werden.
  4. 4
    Hitze und direkte Sonne meidenOhne automatische Löschanlage im Lagerraum mindestens 2,5 Meter Abstand zu anderen brennbaren Gütern einhalten. Beschädigte Akkus gehören separat in dafür vorgesehene Sicherheitsbehälter.
  5. 5
    Mit 50–70 % Ladezustand einlagernEin leer gelagerter Akku begünstigt eine Tiefentladung – diese verkürzt die Lebensdauer oder macht den Akku im schlimmsten Fall unbrauchbar.
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    Ladezustand regelmäßig kontrollierenBei längerer Lagerung alle 3 bis 4 Monate kurz nachladen, um eine schleichende Tiefentladung zu verhindern.
  7. 7
    Herstellerangaben einhaltenAngaben auf dem Produktdatenblatt haben immer Vorrang vor allgemeinen Richtwerten.

Wichtig: Ist der Akku fest verbaut, muss das komplette Gerät vor der Einlagerung auf undichte Stellen, lose Kabel oder sonstige Schäden geprüft werden – erst dann darf es an einem kühlen, kondenswassergeschützten Ort abgestellt werden.


Passende Ausstattung für die sichere Akku-Lagerung

Für die vorschriftsmäßige Lagerung größerer Mengen an Lithium-Ionen-Akkus empfehlen sich geprüfte Sicherheitsschränke und Brandschutzboxen, die im Ernstfall Zeit für die Evakuierung und Brandbekämpfung schaffen.

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Gefährdungsklassen bestimmen die Lagerungsanforderungen

Nach der VdS-Richtlinie 3103 der deutschen Versicherer gelten Lithium-Ionen-Batterien als Gefahrstoffe und müssen entsprechend in Gefahrstoffschränken gelagert werden. Je nach Energie- bzw. Lithiumgehalt werden Akkus in drei Gefährdungsklassen eingeteilt, die unterschiedliche Anforderungen an den Lagerort stellen. Für Lithium-Polymer-Akkus gelten dabei dieselben Vorgaben wie für Lithium-Ionen-Akkus.

LeistungsklasseLithium-Metall-Akku (UN 3090)Lithium-Ionen-Akku (UN 3480)Wichtigste Auflage
Gering < 2 g Lithium je Akku < 100 Wh je Akku Allgemeine Sicherheitsvorschriften genügen
Mittel > 2 g Li, < 12 kg brutto je Akku > 100 Wh, < 12 kg brutto je Akku Mind. 5 m Abstand, Brandmeldeanlage Pflicht
Hoch > 2 g Li und > 12 kg brutto > 100 Wh und/oder > 12 kg brutto Keine eigenen Vorgaben – Regeln der Klasse „mittel" gelten sinngemäß
Wichtige Regelungen im Überblick
  • Geringe Leistung: Ab einer Lagermenge von 7 m³ gelten automatisch die Vorgaben der mittleren Leistungsklasse.
  • Mittlere Leistung: Getrennte Lagerung von anderen brennbaren Gütern, feuerbeständige Trennung oder 5 m Abstand, Brandmeldeanlage mit Anbindung an eine ständig besetzte Stelle.
  • Hohe Leistung: Bislang keine eigenständigen Sicherheitsbestimmungen – die Mengenbegrenzung sorgt dennoch für zusätzliche Sicherheit.
  • Transport: Lithium-Ionen-Akkus gelten zusätzlich als Gefahrgut und unterliegen eigenen Transportvorschriften.

Sichere Lagerung auf einen Blick

10–40 °C

Optimaler Temperaturbereich für den Lagerort

50–70 %

Idealer Ladezustand bei der Einlagerung

Alle 3–4 Monate

Ladezustand bei längerer Lagerung prüfen

2,5 m Abstand

Zu brennbaren Gütern ohne Löschanlage

Lithium-Ionen-Akkus lagern: So geht's sicher – Logistik XTRA

FAQ – Häufige Fragen zur Lagerung von Lithium-Ionen-Akkus

Wie lange lassen sich Lithium-Ionen-Akkus lagern?
Bei korrekter Lagerung und unter Beachtung der Herstellerangaben können moderne Lithium-Ionen-Akkus mehrere Jahre unbeschädigt gelagert und danach weiterhin zuverlässig aufgeladen werden. Im Vergleich zu Nickel-Cadmium-Akkus, deren Selbstentladung deutlich höher liegt, gelten Li-Ionen-Akkus als vergleichsweise pflegeleicht.
Welche Folgen hat eine Tiefentladung bei der Lagerung?
Lithium-Ionen-Akkus entladen sich auch im Ruhezustand langsam selbst – üblicherweise um 1 bis 3 Prozent pro Jahr. Wird dabei die Entladeschlussspannung unterschritten, spricht man von einer Tiefentladung, die den Akku dauerhaft schädigen oder vollständig zerstören kann. Regelmäßiges Nachladen beugt dem vor.
Wie werden Lithium-Ionen-Akkus richtig gelagert?
Wichtig sind ein trockener, temperierter Lagerort ohne Frost, gesicherte Pole gegen Kurzschluss, ein Ladezustand von etwa 50 bis 70 Prozent, regelmäßige Kontrolle des Ladestands, Schutz vor mechanischen Beschädigungen sowie eine getrennte Lagerung vom zugehörigen Gerät, sofern möglich.
Warum ist die fachgerechte Lagerung von Li-Akkus so wichtig?
Nur eine sachgemäße Lagerung erhält Haltbarkeit und Leistungsfähigkeit der Akkus und verhindert gleichzeitig gefährliche Brände oder Beschädigungen, die im Betrieb hohe Folgekosten und Sicherheitsrisiken nach sich ziehen können.
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