Ein Palettenregal ist in den meisten Lagern das Rückgrat der gesamten Intralogistik – hier entscheidet sich, wie viele Paletten Platz finden, wie schnell sie zugänglich sind und wie sicher der Betrieb am Ende tatsächlich läuft. Wer beim Palettenregal planen jedoch nur auf den Preis pro Regalmeter schaut, übersieht häufig die entscheidenden Faktoren: die zulässige Traglast, die passende Regalgröße und eine durchdachte, sichere Beladung.
Dieser Ratgeber zeigt, worauf es bei Fachlast und Feldlast ankommt, wie Sie Höhe, Feldbreite und Gangbreite richtig dimensionieren und mit welchen Maßnahmen Sie Ihr Palettenregal dauerhaft vor Schäden und Unfällen schützen.
Was ist ein Palettenregal und welche Bauarten gibt es?
Ein Palettenregal ist ein modular aufgebautes Lagerregal für die Aufnahme von Europaletten, Gitterboxpaletten und vergleichbaren Ladungsträgern. Anders als Fachbodenregale oder Kragarmregale, die eher für Kleinteile beziehungsweise Langgut konzipiert sind, ist das Palettenregal konsequent auf die Maße und Gewichte palettierter Ware ausgelegt – typischerweise auf eine Feldbreite von rund 2.700 mm und eine Feldtiefe von 1.100 mm, also exakt abgestimmt auf die Europalette.
In der Praxis unterscheidet man beim Aufbau zwischen dem Grundregal, das als erste, freistehende Einheit dient, und dem Anbauregal, mit dem sich die Regalzeile beliebig verlängern lässt. Dieses modulare Prinzip erlaubt es, eine Regallandschaft exakt an die vorhandene Hallenfläche anzupassen, ohne bei jeder Erweiterung ein komplett neues System kaufen zu müssen.
Nicht jede Lagersituation verlangt zwingend nach einem Palettenregal. Für Kleinteile eignen sich Fachbodenregale deutlich besser, für Langgut wie Rohre oder Bretter sind Kragarmregale die passendere Wahl. Sobald jedoch palettierte Ware im Mittelpunkt steht, führt an einem Palettenregal kaum ein Weg vorbei – bei Logistik XTRA finden Sie Palettenregale in unterschiedlichen Ausführungen für nahezu jede Traglastanforderung.
Traglast richtig berechnen: Fachlast, Feldlast und Gesamtlast
Die Traglast ist der wichtigste Wert bei der Planung eines Palettenregals – und gleichzeitig der am häufigsten unterschätzte. Dabei muss klar zwischen drei Begriffen unterschieden werden: Die Fachlast beschreibt, wie viel Gewicht eine einzelne Ebene tragen darf. Die Feldlast gibt an, wie viel Gewicht ein komplettes Regalfeld – also alle Ebenen einer Sektion zusammen – aufnehmen darf. Und die Gesamtlast bezeichnet die maximale Belastung des kompletten Regals über alle Felder hinweg.
| System | Fachlast je Ebene | Feldlast | Palettenplätze (max.) |
|---|---|---|---|
| ARTUS | bis 2.000 kg | bis 18 t (auf Anfrage 28 t) | bis 30 |
| Typ N1 | bis 3.000 kg | 6.000 kg | 27 |
| Typ N2 | bis 3.000 kg | 9.000 kg | 36 |
| Typ N3 | bis 3.000 kg | 6.000 kg | 27 |
Ein Blick auf die technischen Daten zeigt: Bereits die Wahl des Systems entscheidet über die maximale Zuladung. Wer regelmäßig schwere Gitterboxen oder Sonderpaletten lagert, sollte von Anfang an ein System mit ausreichender Fachlast wählen – eine nachträgliche Aufrüstung ist bei Palettenregalen in der Regel nicht möglich.
Die richtige Regalgröße wählen: Höhe, Feldbreite und Gangbreite
Neben der Traglast entscheidet die Regalgröße darüber, wie effizient die verfügbare Lagerfläche genutzt wird. Dabei spielen drei Maße zusammen: die Regalhöhe, die Feldbreite und die Gangbreite zwischen den Regalzeilen. Wer diese Faktoren isoliert betrachtet, verschenkt entweder Lagerplatz oder plant an der Betriebsrealität vorbei.
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1
Hallenhöhe und Deckenfreiheit prüfen Ermitteln Sie die nutzbare Höhe bis zur Unterkante von Sprinkleranlagen, Lampen oder Trägern und ziehen Sie den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand ab, bevor Sie eine Regalhöhe festlegen.
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2
Palettenmaß und Feldbreite abstimmen Für Europaletten hat sich eine Feldbreite von rund 2.700 mm etabliert. Bei Sonderpaletten oder Gitterboxen sollte die Feldbreite individuell nachgerechnet werden, um Verschnitt in der Regallänge zu vermeiden.
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3
Staplertyp und Gangbreite festlegen Ein klassischer Gegengewichtsstapler benötigt deutlich mehr Rangierfläche als ein Schubmast- oder Schmalgangstapler. Die Gangbreite bestimmt damit maßgeblich, wie viele Regalzeilen auf der vorhandenen Fläche Platz finden.
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4
Anzahl der Fachebenen festlegen Mehr Ebenen bedeuten mehr Lagerplätze auf gleicher Grundfläche, erhöhen aber auch die Anforderungen an Stapler und Fahrer. Planen Sie die Ebenenzahl passend zur maximalen Hubhöhe Ihrer Fahrzeuge.
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5
Erweiterbarkeit von Anfang an mitdenken Wählen Sie Grund- und Anbauregale so, dass sich die Regallandschaft bei wachsendem Bedarf unkompliziert um weitere Anbaufelder verlängern lässt.
Sichere Beladung: So vermeiden Sie Überlastung und Unfälle
Selbst ein perfekt geplantes Palettenregal ist nur so sicher wie seine tägliche Beladung. In der Praxis entstehen die meisten Schäden nicht durch Konstruktionsfehler, sondern durch vermeidbare Fehler beim Ein- und Auslagern.
Überladung bleibt oft lange unbemerkt – Ein Palettenregal, das über längere Zeit an der Traglastgrenze betrieben wird, zeigt äußerlich häufig keine sofort sichtbaren Schäden. Verformungen an Trägern und Rahmen entwickeln sich schleichend, bis das Regal ohne Vorwarnung versagt. Im Zweifel gilt: lieber eine Ebene freilassen, als die zulässige Fachlast auszureizen.
- Fehlende Kennzeichnung der Traglast – Ohne gut sichtbares Lastschild an jedem Regalfeld verlassen sich Mitarbeitende oft auf Schätzungen – ein klassischer Auslöser für Überladung.
- Ungleichmäßige Beladung einzelner Ebenen – Werden immer nur einzelne Ebenen voll beladen, während andere leer bleiben, entstehen ungleiche Kräfte im Rahmen, die die Stabilität beeinträchtigen.
- Paletten ragen über die Feldbreite hinaus – Überstehende Paletten verengen die Fahrgasse und erhöhen das Risiko von Anfahrschäden an Rahmen und Ladung.
- Beschädigte Paletten werden weiter eingelagert – Defekte Paletten mit gebrochenen Brettern übertragen die Last ungleichmäßig auf die Auflageträger und können abrutschen.
- Fehlende Schulung des Lagerpersonals – Wer nicht weiß, wie die Fachlast eines Palettenregals abzulesen ist, kann sie auch nicht einhalten. Regelmäßige Auffrischung gehört deshalb zu jeder Sicherheitsstrategie.
Viele dieser Fehler lassen sich vermeiden, wenn Beladeprozesse klar definiert sind und Fahrer regelmäßig sensibilisiert werden. Wer sich einen Überblick über die häufigsten Ursachen für Staplerunfälle verschafft, erkennt schnell, wie eng Regalsicherheit und Fahrverhalten zusammenhängen. Auch die typischen Gefahrenquellen im Lager lassen sich mit einem strukturierten Sicherheitskonzept deutlich reduzieren.
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Von der Regalauswahl bis zum passenden Anfahrschutz: Diese Produkte machen Ihr Palettenregal sicher und langfristig einsatzbereit.
Anfahrschutz und Regalschutz: Pflicht oder sinnvolle Ergänzung?
Neben Überladung zählen Anfahrschäden durch Gabelstapler und Hubwagen zu den häufigsten Ursachen für beschädigte Palettenregale. Ein einzelner, unscheinbarer Anstoß an einen Rahmenständer reicht oft aus, um die Tragfähigkeit spürbar zu verringern – ohne dass der Schaden auf den ersten Blick sichtbar wird.
Deshalb gehört Anfahrschutz für jedes belastete Palettenregal zur Grundausstattung. Schutzecken aus 6 mm starkem Stahl fangen seitliche und frontale Stöße ab, bevor sie den Rahmenständer selbst erreichen. Ergänzend schützen Rammschutzplanken ganze Regalstirnseiten, während modulare Systeme mit definierter Sollbruchstelle dafür sorgen, dass bei Überlastung gezielt ein Bauteil nachgibt, statt das gesamte Regal zu beschädigen.
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Schutzecken für Rahmenständer Stahl-Schutzecken mit Innen-, Außen- oder U-Winkel bewahren die tragenden Ständer vor direkten Anfahrschäden – besonders wichtig an Regalenden und Durchfahrten.
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Rammschutzplanken für Regalstirnseiten Durchgehende Planken schützen ganze Regalzeilen vor seitlichem Anstoß und sind für einfache wie doppelte Regalreihen erhältlich.
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Modulare Systeme mit definierter Sollbruchstelle Bei Überlastung trennt sich gezielt eine Verbindung, statt dass sich die Kraft auf das gesamte Regal überträgt – der Wiederaufbau ist meist in wenigen Minuten möglich.
Für die passende Ausstattung finden Sie bei Logistik XTRA Anfahrschutz für Regale in unterschiedlichen Höhen und Ausführungen. Wer sein Sicherheitskonzept darüber hinaus umfassender aufstellen möchte, findet im Beitrag zu smarter Sicherheit im Lager weitere Ansätze – von Kamerasystemen bis zu Warnsignalen.
Regelmäßige Prüfung: Warum Kontrolle Teil der Planung ist
Ein Palettenregal ist kein Bauteil, das einmal montiert und danach dauerhaft sich selbst überlassen werden darf. Nach DIN EN 15635 sind Betreiber verpflichtet, ihre Regalanlagen regelmäßig zu prüfen – von der wöchentlichen Sichtkontrolle durch geschultes Personal bis zur jährlichen Inspektion durch einen Sachkundigen.
Wer bereits bei der Planung auf gut zugängliche Lastschilder, dokumentierte Traglastwerte und robusten Anfahrschutz setzt, reduziert den Aufwand für spätere Prüfungen erheblich – und erkennt Schäden frühzeitig, bevor sie zum Sicherheitsrisiko werden. Wie Sie Ihr Palettenregal langfristig sicher betreiben, erfahren Sie auch im Beitrag Sicherheit am Hochregal. Und weil Technik allein nicht ausreicht, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf gezielte Schulungen für mehr Betriebssicherheit – gut geschulte Mitarbeitende erkennen Schäden oft früher als jede Checkliste.
Fazit: Ein gut geplantes Palettenregal zahlt sich jahrelang aus
Wer ein Palettenregal plant, sollte drei Faktoren von Anfang an zusammen denken: die zulässige Traglast, eine auf Halle und Stapler abgestimmte Regalgröße sowie klare Regeln für die sichere Beladung im Alltag. Ergänzt um durchdachten Anfahrschutz und eine regelmäßige Prüfung wird aus dem Palettenregal ein verlässliches Fundament für die gesamte Lagerlogistik – über viele Jahre hinweg.
Bei Logistik XTRA finden Sie passende Systeme für nahezu jede Anforderung: vom flexiblen ARTUS-System bis zu den Schwerlastvarianten der Typen N1 bis N3, ergänzt um das passende Zubehör für Anfahr- und Regalschutz.







